Figln – Der lustigste Skisport im Frühjahr

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Figln, das sind Firngleiter, wahrscheinlich das spaßigste Gerät, das man sich an die Füße schnallen kann. Verwendet wurden die ersten Firngleiter in den 1930er Jahren, patentiert wurden sie in Österreich von dem Innsbrucker Emo Johann Heinrich im Jahr 1946. Der Grazer Karl Taul gilt als Erfinder. Schnell wurden Figl serienmäßig produziert und es gab bald die ersten Figlrennen. Seit 1995 ist die Sportart von der FIS anerkannt und veranstaltet Europameisterschaften. Parallel zum Carving-Ski hat sich auch das Firngleiten emanzipiert und bildet nun zusammen mit Shortcarvern die „Shorty“-Szene.

Was ist eigentlich „Firn“?

Als Firn wird hinlänglich Schnee bezeichnet, der durch mehrmaliges Gefrieren und Auftauen verdichtet und eine Harschfläche bildet. Das passiert sehr gerne im Frühjahr, wodurch sich die Figlsaison von selbst ergibt.

Was sind Figl?

Figl sind maximal 65 cm lange „Kurzski“ aus Holz oder Metall, die ohne Belag oder Kanten auskommen. Dabei können Plattenbindungen für mehr Kontrolle oder Schnürbindungen für die Verwendung mit Bergschuhen zum Einsatz kommen. Die Bindung befindet sich am hinteren Ende, was die Technik sehr einfach macht. Du musst dich nur nach vorne lehnen um schneller zu werden, Gewicht nach hinten (Fersen in den Schnee) bremst dich. Gelegentliches Absitzen auf den Hintern gehört dazu.

Wozu gibt es Figl?

Der Nutzen liegt ganz auf der Hand, bei Wanderungen und Klettertouren im Frühjahr, gilt es oft große Schneefelder zu überwinden. Während diese beim Aufstieg noch kompakt sind, bricht man beim Abstieg gerne ein, ideal um zu versteigen und anstrengend noch dazu. Mit Figl, die beim Aufstieg wenig Platz/Gewicht benötigen, wird aus der Abfahrt eine Gaudi und schneller bist du auch noch unten.

Wer kann figln?

Jeder Mensch, der auf einen Berg hochwandern kann, ist auch im Stande diesen hinunter zu figln. Dabei reicht das Spektrum von einem Spaßnachmittag an einem sonnigen Frühjahrstag bis hin zu Europameisterschaften.

Wo wird gefigelt?

Der Sport wird hauptsächlich in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz ausgeführt. Wobei die meisten Figler vermutlich rund um Innsbruck anzutreffen sind. Südseitige Hänge, in denen sich der Schnee länger hält im März und April sind dazu am besten geeignet. Wettbewerbe finden in dieser Zeit statt, wobei diese hauptsächlich in Österreich und Liechtenstein abgehalten werden. Neben offiziellen Rennen werden auch Gaudirennen veranstaltet.

Wo gibt es diese Geräte?

Kaufen kann man diese beispielsweise im Online-Shop von Kohla als auch in vielen Sportgeschäften. Wer ein paar alte Ski zu Hause hat, die für den Ursprungszweck nicht mehr geeignet sind, kann aus diesen eigene Figl basteln.

Da dieser Sport meist außerhalb der klassischen Urlaubssaison ausgeführt wird, üben ihn fast ausschließlich Einheimische (oder „Zugereiste“) aus. Fast nie verirren sich Touristen auf die Figl, da diese bei den ersten Tagen mit 20°C bereits an Sonne, Strand und Bikini denken. Wer kanns ihnen verübeln? Nun ja, wir. Denn die verpassen da was. Nass werden in der Sonne macht beim Figln mehr Spaß.

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Übrigens: Der Geschwindigkeitsrekord auf Figln liegt seit 1986 bei 136 km/h.

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Informatiker (DI), Skifahrer + Snowboarder (Landeslehrer)

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