Cody Ferris-Heath mit Hund

Was kostet ein Snowpark und was zeichnet diesen aus? Was sind die Unterschiede zwischen Europa und Amerika? Cody Ferris-Heath beschreibt detailliert, wie sich die Kosten zusammenstellen und was ihn daran stört. Das ist Teil 2 des Interviews, hast du Teil 1 und Teil 3 schon gelesen?

Mogasi: Welche Mittel braucht man für einen Parkbau?

Cody: Ein paar gute Leute, ein paar große Rechen (meine Liebsten sind jene von shapetools.ch), viel Diesel, und einen Pistenbullyfahrer mit etwas Geduld und Können. Oh, und nicht zu vergessen, Metall und scheiß viel Schnee; Je mehr, desto besser!

Mogasi: Du bist gebürtiger Amerikaner. Vergleiche amerikanische mit europäischen Parks!

Cody: Ich denke es gibt viele grundlegende Faktoren, die zusammen kombiniert, das Park fahren in Amerika unterscheiden:

  • Billiger Diesel: Dadurch ist des den Park Designern möglich, das Setup öfter zu ändern und mehr Stunden in die Instandhaltung des Parks zu investieren.
  • Snowpark Rider fahren Pistenmaschinen: In Europa haben 90% der Leute in der Pistenmaschine keinen Bezug zur Freestylewelt; dadurch fehlt das Verständnis für die Ziele des Snowparks, die Motivation Dinge zu verbessern ist geringer und es fehlt das Wissen, welche Faktoren von kritischer Wichtigkeit sind, um die Arbeit zu verrichten. In amerikanischen Parks fahren die Pistenfahrer im selbst gebauten Park täglich.
  • Starke Lokale Szene: In Amerika nehmen Menschen weite Wege auf sich, um die ganze Saison in EINEM Skigebiet zu sein; dadurch herrscht ein familiäres Umfeld mit allen, was zu mehreren Local Crews und einem „Home Mountain“ Gefühl führt. In Europa ist dieses Gefühl nicht so ausgeprägt, da wir hier viele die größere Auswahl haben, wo wir fahren wollen. Im Allgemeinen sind die Einheimischen und Crews weiter verteilt und nicht die ganze Saison nur in einem Park.
  • Snowpark Areale statt einem festgelegten Run – In den meisten europäischen Skigebieten hat der Snowpark die niedrigste Priorität. Sie stecken diesen an den beschissensten Platz auf dem Berg, den unnützesten Platz den sie finden können.

Es ist ziemlich blöd, ein Snowpark Setup ohne eine kontinuierliche, Top-Bottom Line zu haben. Es zipft mich sehr an, wenn ich gezwungen werde mich zwischen der Rail Line oder den mittleren Kickern oder den großen Kickern ODER ODER ODER zu entscheiden, weil alles nebeneinander aufgebaut ist anstatt hintereinander. Oftmals gibt es einen großen Park mit 30-40 Features, aber du kannst nur 5-10 davon fahren, wtf?

Wenn du dedizierte Park Runs getrennt von der Könnerstufe hast, ist es sicherer und nicht so frustrierend für die Fahrer, und jeder kann öfter fahren. Die Gaper haben einen angenehmen Platz zum verbessern und die Ripper haben ihre eigene Zone zum, nun ja, rippen. Mammoth ist ein perfektes Beispiel, dort haben sie 13 verschiedene Parks auf den ganzen Berg verteilt.

Mogasi: Was sind die Kosten eines Snowparks?

Cody: In Europa kostet ein großer Park etwa eine Million Euro. Das ist sehr viel Geld für etwas, das am Ende der Sasion schmilzt. Es ist also wichtig, dass das Geld sinnvoll investiert wird.

In Wahrheit ist es so, dass die meisten Parkfahrer nicht sehr viel Umsatz für ein Skigebiet bringen im Vergleich zu einer Familie an Touristen. Von dieser perspektive müssen wir uns glücklich schätzen, dass es überhaupt Parks gibt. Ich hab das Gefühl dass manche Gebiete die großen Jumps nur für den „Wow“-Effekt aus dem Sessel aufbauen. Demnach ist es nur logisch, dass die Parks jene ansprechen, mit denen das Geld verdient wird.

Der Großteil des Geldes fließt in die Beschneiung und die Maschinenstunden. Die Park Crew und Designer erhalten nur einen kleinen Teil des gesamten Park Budgets.

Cody Ferris-Heath

Ich bin ein großer Befürworter der internen Park Crew. Die meisten Parks in Amerika werden so geführt. Ich denke, dies ist der beste Weg um am günstigsten das qualitativ beste Setup zu produzieren und instand zu halten. Beispiele: Absolut, Steinplatte, Nordkette, Serfaus, Laax, … Die meisten unabhängigen Programme bauen ihre eigenen Rails und haben ihr eigenes Park Programm, geführt vom Skigebiet selbst.

„Ich hoffe um des Snowboardens Willen, dass die Skigebiete bald merken, dass mit jedem Büroclown, Vertriebler und Meeting, in dem über die Farbe der Rails oder die Richtung der Automarke diskutiert wird, Geld der Freestyle Szene genommen wird.“ Cody Ferris-Heath

Diese sind nicht an Rail/Park Accessoirs und Verkaufskommissionen interessiert. Mit einem internen Programm braucht das Skigebiet nicht so viel Geld des limitierten Budgets an ein externes Unternehmen überweisen. In Park City kaufen sie um etwa 30 000$ Material pro Saison, womit ältere Rails repariert werden und über den Sommer etwa 40 neue qualitativ hochwertige Obstacles produziert werden.

Natürlich, Meetings, Qualitätsstandards und eine angemessen Organisation ist notwendig für den Freestylesport, aber ab einem gewissen Punkt hoffe ich um des Snowboardens Willen, dass die Skigebiete bald merken, dass mit jedem Büroclown, Vertriebler und Meeting, in dem über die Farbe der Rails oder die Richtung der Automarke diskutiert wird, Geld der Freestyle Szene genommen wird. Und ja, Sponsoren bringen Geld in den Sport, aber jeder Büromensch verdient zehn Mal so viel wie der Shaper, der die Luxusautomarke bei jedem Schneefall freischaufelt.

In den meisten Fällen verkaufen die Parkfirmen eine bestimmte Anzahl an Shaping-, Design- und Aufbaustunden an das Skigebiet. Oft geschieht es, dass sinnlos Geld an nicht professionelle Shaper bezahlt wird, um „ihre Stunden aufzubrauchen“. Wir haben alle gesehen, was die 10 ahnungslosen Shaper machen, wenn der Aufbau abgeschlossen ist: Meistens nach Skihasen Ausschau halten, Selfies machen, tindern und an ihrer Schneebrillenbräune arbeiten. Da „Shaper-Stunden“ schon vor der Saison an das Gebiet verkauft wurden ist das ja in Ordnung, da bereits im Budget einkalkuliert. Meiner Meinung nach könnte dieses Geld effizienter in den direkten Nutzen des Snowparks stecken.

In diesem Fall ist weniger mehr. Es ist besser für die Finanzen eines Skigebietes und die Qualität des Snowparks, wenn die richtige Anzahl an fähigen und motivierten Arbeitern eingesetzt werden, die mehr verdienen. Es bringt nichts eine große Crew zu haben, die zu wenig bezahlt bekommt und dafür nichts macht. Glaubt ihr nicht, dass es besser für die Rider und die Gebiete, wenn sie qualifizierte Shaper hätten, die anständig bezahlt werden und mit Stolz ihre Arbeit versehen?

Das aktuelle System führt dazu, dass unqualifizierte Leute für einen Park zuständig sind und diese sogar Features designen. Das Ergebnis sind gefährliche Park Obstacles, die nicht funktionieren, faules Pistenbullyfahrern und einer erbärmlichen Arbeitsmoral.

Das ist natürlich nur meine Meinung, ich bin mir sicher dass mir manche widersprechen.

Mogasi: Was zeichnet für dich ein guter Snowpark aus?

Cody: Sichere Features und ein sich immer änderndes Setup, das für eine Steigerung und kreatives fahren gebaut ist. Gute Instanhaltung und Shape mit vielen fahrbaren Übergängen und genug Abwechslung, damit ein Parktag niemals langweilig wird. Jumps, die dir ein Gefühl der Schwerelosigkeit geben und nicht ein Gefühl der Unklarheit. Jeder Zentimeter sollte passend vorbereitet sein, du solltest nie auf 2 Monate altem Eis landen!


Cody Ferris-Heath, 34, geboren in Portland, Oregon. Er arbeitet als Snowpark Designer und Manager sowie Biketrail Designer.
<– Zurück zu Teil 1                                                                          Weiter zu Teil 3 –>

Der Artikel ist auch in %s verfügbar.

Lass uns wissen, was du dazu denkst: