Cody Ferris-Heath, Mogasi

Warum gibt es so wenige Halfpipes? Wohin geht der Trend im Parkbau? Wie perfektionierst du Obstacles? Cody Ferris-Heath gibt uns Einblicke in den Aufbau von Snowparks und was die Shaper und Bullyfahrer machen müssen. Über Halpipes, Kosten, „Shape“ und Fahrräder geht es im dritten Teil des Interviews mit Cody. Hast du Teil 1 und Teil 2 schon gelesen?
Cody hat unsere Fragen auf Englisch beantwortet, wechsel die Sprache für seine Antworten.

Mogasi: Warum gibt es so wenige Halfpipes?

Cody: Im Grunde genommen ist es eine Kosten-Nutzen Rechnung. Ein Skigebiet kann keinen direkten Profit aus einer Pipe schlagen, sofern es keine großen Events veranstaltet. Du kannst kein Event veranstalten, wenn die Pipe nicht anhand moderner Spezifikationen gebaut wird. Heutzutage kann ein Skigebiet mehr Geld mit Rails machen, weshalb Halfpipes die Dodos des Snowparkgeschäfts sind.

„Und auch eine großartige Pipe zieht in Relation zu den hohen Kosten nicht genug Fahrer an.“ Cody Ferris-Heath

Eine Halfpipe benötigt sehr viel Schnee und Maschinenstunden für Aufbau und Instandhaltung. Es ist sehr schwierig und zeitaufwändig, diese in einem Topzustand zu halten. Die Dimensionen ändern sich immer, wenn also ein Gebiet in Erdbauarbeiten und eine Pipefräse investiert, ist diese schon in 5 Jahren nicht mehr zeitgemäß. Und auch eine großartige Pipe zieht in Relation zu den hohen Kosten nicht genug Fahrer an.

Mogasi: Woher weißt du das deine Features/Obstacles funktionieren, wie perfektionierst du diese?

Cody: Ich gebe zu, am Anfang war da viel Trial und Error, aber mittlerweile hat sich das zu einer Wissenschaft gemausert. Sprünge werden für gewisse Spezifikationen und Dimensionen gebaut und es gibt fixe Regeln, die dabei befolgt werden.
Es ist wichtig, dass die Kicker gemessen und nachgepflegt werden, damit diese konsistent sind und sich nicht jeden Tag ändern. Das macht es auch einfacher etwas zu reproduzieren, was in den vergangenen Jahren funktioniert hat.

Wichtig für Jibs ist, dass sie gut verteilt sind und die Obstacles an die Geschwindigkeit der Fahrer angepasst sind. Wenn das nicht gemacht wird entstehen Buckel zwischen den Elementen oder man muss welche auslassen, weil die Geschwindigkeit fehlt. Der Verlauf  beim Absprung sollte gleich sein, wie die zu rutschenden Oberfläche, was oft übersehen wird.

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Mogasi: Bist du selbst in der Freestyle-Szene aktiv?

Cody: Wenn ein Parkdesigner nicht selbst gerne im Park fährt (mit wenigen Ausnahmen), sollte er sich einen anderen Job suchen. Ich weiß nicht ob ich „aktiv in der Freestyle-Szene bin“, aber ich fahre gerne im Park. Ich bin nicht bei jeder Szene Party oder einer Geschäftseröffnung, aber ich genieße wirklich alle Disziplinen des Freestyle Snowboarden.

Wie das Leben selbst durchläuft auch mein Hang zum Snowboarden Phasen. Zum Beispiel habe ich vor 10-15 Jahren nicht weniger als das größte, abgefahrenste Feature akzeptiert. Wenn da ein Jump mit einer kleinen und großen Seite war, war die kleine Seite nicht einmal eine Option für mich.

Jetzt, als „alter Hase“ mit einem Kind und anderen Geschäftsambitionen werde ich mit Stil und Kreativität glücklicher als mit riskanten Manövern oder beim nachzählen, wie viele Helikopter ich auf einmal machen kann. Jede Saison verlerne ich Tricks, aber ich schaffe es, neue zu lernen… deswegen werde ich das Snowboarden immer lieben.

Mogasi: Was darf in keinem Fun-Park fehlen?

Cody: Jeder Park benötigt ein paar grundlegende Elemente; und diese sollten die Obstacles sein, die zuerst aufgebaut werden. Beispiele sind: Down Rail, Flat Box und Medium Jumps, die einfach zu springen sind.

Mogasi: Wie hält man einen Snowpark in „shape“?

Cody: Der wichtigste und oft übersehene Faktor sind regelmäßige Umbauten, Sicherheitschecks und eine geeignete und gebildtete Crew.
Der Pistenbullyfahrer muss seine Schaufel verwenden, um Übergänge zu pflegen und Löcher zu füllen, nicht nur den Park walzen. Dieser muss auch die nötige Zeit dazu bekommen ohne von seinem Vorgesetzten unter Stress gesetzt zu werden. Seine Persönlichkeit sollte es ihm erlauben, das Feedback der Crew aufzunehmen, ohne die Kritik persönlich zu nehmen.

Es ist sehr wichtig, dass der Parkleiter dem Pistenfahrer und den Shapern erklärt, wie die Elemente in Shape gehalten werden. Quadratische und flache Absprünge, eine Boardbreite flach am höchsten Punkt des Sprungs, Überprüfung der Winkel, regelmäßiges Messen der größeren Sprünge, … All diese Strategien müssen unbedingt kommuniziert werden.

„Wenn dir etwas am Freestyle liegt, teilst du deine Erfahrung.“ Cody Ferris-Heath

Der Parkbau kann und sollte mehr einem „Open Source“ Unternehmen gleichen, wo wir als erfahrene Parkbauer unser Wissen und Erfahrung zum Wohle des Sports weitergeben. Es ist dasselbe, wenn talentierte ältere Fahrer die nächste Generation im Park trainieren. „Sharing is caring“. Wenn dir etwas am Freestyle liegt, teilst du deine Erfahrung. Das Wissen könnte eine weniger gefährliche, interessantere und spaßigere Parkszene erzeugen. Diese Philosophie bringt mehr Leute dazu, sich im Park zu involvieren und würde jedem in der Ski und Snowboardindustrie nützen.

Mogasi: Wohin geht der Trend im Parkbau?

Cody: In Europa ist der traditionelle Snowpark leider im Sterben begriffen. Boxen, die Geräusche machen, Selfie Sticks, Zeitmessungen, automatische Fotostationen, Luxusautos als Sponsoren und Murmelebahnen sind die Zukunft.

Mogasi: Können Elemente von Bike Trails und Snowparks wiederverwendet werden?

Cody: Sehr schwer … Bikeparks und Snowparks sind an sich sehr unterschiedlich. Zum Beispiel ist ein 10-15 m Sprung mit dem Fahrrad für Profis, auf Schnee ist das gar nichts. Ski und Snowboards brauchen die Schwerkraft um Geschwindigkeit aufzunehmen, Fahrräder haben Pedale, wodurch man im Flachen schneller rollen kann. Sogar die flachste Piste würde große Bremshügel bekommen, wenn sie für Fahrräder verwendet würde. Sieh dir dafür Halfpipes an, eine Fahrrad Halfpipe wird auf einer ebenen Fläche gebaut, auf Schnee ist das nicht so.

Die größte Gemeinsamkeit sehe ich in Funslopes, wo es das Ziel ist, dass die Geschwindigkeit der Fahrer mit verschiedenen Elementen kontrolliert wird. Aber auch eine Funslope ist komplett unterschiedlich aufgebaut. Die Form der Kurven, der Grad der Piste und die größe der Elemente sind komplett unterschiedlich.

Mogasi: Welche Parks hast du gebaut und welche willst du noch bauen?

Cody: Ich kann mir keinen Verdienst für einen Park auf die Schulter heften, weil es immer ein Teamleistung war. Ich freue mich aber schon mit einer motivierten Crew zusammen zu arbeiten, die eine kreative Einstellung zum Parkbau hat und ich hoffe, dass ich die Chance bekomme, meine Erfahrung zu teilen und weiterhin von anderen guten Parkdesignern zu lernen.


Cody Ferris-Heath, 34, geboren in Portland, Oregon. Er arbeitet als Snowpark Designer und Manager sowie Biketrail Designer.
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Informatiker (DI), Staatlich geprüfter Skilehrer

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