Skiurlaub ist zu billig!

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Skiurlaub ist zu billig! Oder denkst du, Skiurlaub sei zu teuer? Wir finden nicht und erklären auch gerne, warum. Jedes Jahr, wenn die Seilbahnen ihre Preise für die kommende Saison bekannt geben, gibt es einen großen Aufschrei. Viel zu teuer, das kann sich doch niemand leisten, wer will denn da noch Skifahren? Der Aufschrei war groß, vor allem als die 50 Euro Marke für Tageskarten überschritten wurde.

Früher war Skiurlaub noch billig

Und dann kommen sentimentale Gefühle hoch an die 70er und 80er Jahre, als Skifahren noch ein Schnäppchen war. Damals, als im Februar ein Skigebiet durchaus mal 2 Wochen geschlossen hatte, weil es keinen Schnee gab. Das war die Zeit vor der technischen Beschneiung. Oder als ein Skigebiet nach Neuschnee tagelang geschlossen war, weil die Lawinengefahr zu groß wurde und es keine Sprengung gab.

Damals, als du bei jedem Schlepplift ca. 20 Minuten anstehen musstest. Wirklich bei jedem Schlepplift. Damals, als die ersten Sessellifte bockhart waren und du für diese doppelt so lange anstehen musstest, wie für die Schlepplifte. Dafür waren sie eiskalt. Es war wahrlich alles besser damals. Vor allem war es billiger.

Ist der Europapark zu teuer oder Skiurlaub zu billig?

Heute dagegen ist Skiurlaub vielen zu teuer. Vor allem der Skipass. 7 Skitage in der Hauptsaison kosten einer Familie mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern gut und gerne 500 bis 800 Euro. Dafür erhält man heutzutage in vielen Skigebieten moderne, schnelle Anlagen. Vielerorts mit Ledersitzen, Wetterschutzhauben und Sitzheizungen. Technische Beschneiung und Präparierung, die jeden Tag durchgeführt wird, sind Grundvorraussetzung. Ein absolut stimmiges Konzept von morgens bis abends. Pro Kopf bezahlt die Familie also ca. 20 bis 30 Euro pro Skitag. Wahrlich ein Wucher.

Infrastruktur, Skifahren ist zu billig, Mogasi
©Tirol Werbung / Lisa Hörterer

Bei den Kosten für den Skiurlaub ist der Skipass, also das Skifahren, nicht wirklich der Preistreiber. Natürlich, für eine Einzelperson ist ein Tagespreis von 50 Euro und mehr schon viel Geld. Aber auch Vergnügungsparks wie der Europapark kosten über 50 Euro für ein Tagesticket. Dort muss man jedoch bei fast jeder Attraktion 30 bis 60 Minuten anstehen.

Im Vergleich zu einem Tag am Meer mag das viel erscheinen, Sandburgen bauen kostet nichts. Aber Schneeskultpuren bauen ist ebenso kostenlos. Sobald eine Aktivität gebucht wird, relativieren sich die Preisdiskussionen sehr schnell wieder.

Unterkunft, Skikurs, Ausrüstung oder Essen

Dann muss die Unterkunft den Skiurlaub so teuer machen? Für die besagte Familie kann diese zwischen 1000 und 10000 Euro ausmachen, je nach Ort, Lage und vor allem Kategorie. Auch das ist preislich absolut konkurrenzfähig. Natürlich kannst du auch eine All-Inclusive Bettenburg in dieser Preiskategorie buchen, aber Wucher sieht doch anders aus, oder was denkst du?

Aber der Skilehrer, der muss doch zu teuer sein, das kann sich doch niemand leisten, oder? Es gibt viele Urlauber, die mit ihrem Privatskilehrer 14 Tage am Stück unterwegs sind und dafür 3500 Euro oder mehr bezahlen. Das ist schon viel Geld, das geben wir zu. Aber jene, die das buchen, geben dasselbe Geld nur für das Mittagessen aus. Und ein Gruppenkurs für 3 Tage um 140 bis 170 Euro ist wohl auch nicht zu hoch angesetzt. Die Kinder sind dabei den ganzen Tag wundervoll betreut und erhalten sogar ein Mittagessen und lernen Skifahren. Wenn du mit einem Skiführer eine Skitour machst, sind doch 300 Euro auch bei Weitem nicht zu viel, das Erlebnis ist mit Sicherheit einmalig.

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Wenn du eine Woche Ski für dich und deine Tochter ausleihst, kommen noch einmal etwa 100 bis 300 Euro dazu. Dafür bekommst du neuwertige Leihausrüstung, die du jeden Tag umtauschen kannst.

Kulinarik, Fleischgericht, Skiurlaub ist zu billig, Mogasi
©Tirol Werbung / Bert Heinzlmeier

Das Essen, das ist aber in jedem Fall zu teuer. Es kann doch nicht sein, dass ein Steak zwischen 30 und 50 Euro kostet oder eine Pizza gar 10 Euro. Wo gibt es denn sowas im Urlaub? Natürlich kannst du in Skiorten hervorragend Essen und bezahlst dafür einen entsprechenden Preis, aber du kannst auch gute Hausmannskost mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis bekommen. Oder du ernährst dich von einem Kebap um 5 Euro und beschwerst dich darüber, dass dieser in Berlin die Hälfte kostet.

Macht Aprés Ski den Skiurlaub teuer?

Ok, dann muss doch wenigstens das Ausgehen und Trinken zu teuer sein. Aprés Ski Lokale haben in der Tat recht hohe Preise. 6 Euro für ein kleines Bier sind da schon üblich. Die Hütten sind dabei aber voll, also scheint die Leistung zu stimmen. Wie viel zahlst du in deiner Heimatstadt in Nachtlokalen für ein kleines Bier? Und auch hier gibt es viele, die mit Schnäpsen und Champagner Wettsaufen und sich in Table Dance Lokalen vergnügen, auch denen kann der Skiurlaub nicht zu teuer sein.

Du siehst also, herunter gebrochen auf die Einzelaktivitäten ist Skiurlaub eigentlich nicht teuer. Das würde im Umkehrschluss bedeuten: Skiurlaub ist zu billig. Denn womit wird der Skiurlaub verglichen? Der Vergleich mit einer Woche Strandurlaub, der von vielen instinktiv gezogen wird, ist doch an den Haaren herbei gezogen. Wer sich eine Woche in die Sonne pflanzen will und ein Buch nach dem anderen liest, hat nicht den Anspruch auf einen sportbasierten Urlaub. Und wer am Strand einige Abenteuer erleben will, muss auch für jede Aktivität die Geldbörse auspacken.

Skiurlaub ist zu billig?

Es steht dir frei, dein Geld auszugeben wofür du willst. Aber informier dich zuerst ausgiebig und schließe nicht von einer Indexanpassung im Preis auf ein nicht mehr leistbares Paket. Denn, Skiurlaub ist sicherlich nicht zu teuer. Vor allem für die gebotene Qualität, die angenehme Atmosphäre und die kurzen Wartezeiten.

In Europa bietet Österreich als Ski-Destination ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis und ist dabei wesentlich günstiger als die Schweiz, aber auch als Frankreich und Italien. Klar, der Espresso und die Pizza sind in Italien günstiger. In der Schweiz wird bereits mit dynamischen Preisen experimentiert. Durch diese steigt übrigens der Durchschnittspreis, also ist es gut möglich, dass Seilbahnunternehmen hier an einer Gewinnmaximierung arbeiten. Alles Beispiele die zeigen, dass der Österreichische Wintersportmarkt mit Sicherheit keinen Wucher betreibt. Skiurlaub war noch nie ein Billigurlaub und aus Respekt zu unseren Bergen sollten wir uns davor hüten, ihn zu einem solchen verkommen zu lassen.

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Joe

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