Was macht der Klimawandel mit dem Wintersport?

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Der Klimawandel ist in aller Munde. Dabei ist das Klima ständig im Wandel, seit je her. Seit die Erde existiert, verändert sich das Klima. Ständig. Unaufhaltsam. Vulkanausbrüche, Sonnenaktivitäten und die Erdumlaufbahn sind große Einflüsse.

Seit der Industrialisierung sind wir, also der Mensch, der Hauptgrund für viele Klimaveränderungen. Das liegt zunächst einmal an der Masse an Menschen. Während die Weltbevölkerung bis ins 17. Jahrhundert nur langsam gewachsen ist, ist diese mit der Industrialisierung schlagartig gewachsen. Durch den technischen Fortschritt sank die Kindersterblichkeit bei anhaltend hoher Geburtenrate. Statt 1 Milliarde Menschen im Jahr 1800 gibt es nun bereits fast 8 Milliarden Menschen. Mehr Menschen stoßen mehr CO2 aus und benötigen mehr Ressourcen. Nahrungsmittel, Wasser, Kleidung, Reisen und vieles mehr spielen eine Rolle. Ab dem Jahr 2100 wird die Weltbevölkerung laut Prognosen nicht mehr wachsen. Irgendwo zwischen 9 und 13 Milliarden ist dann das Plateau erreicht. Doch, wie verändert der Klimawandel den Wintersport?

Kilmawandel selbst erleben

Der Klimawandel wird in den letzten Jahren immer mehr für jeden Einzelnen spürbar. Hitzerekorde, Überschwemmungen und Gletscherrückgänge ziehen an niemandem spurlos vorbei. Der zusätzliche CO2 Ausstoß des Menschen seit der Industrialisierung ist besorgniserregend. Auch wenn dieser nur einen geringen Anteil des gesamten Ausstoßes der Erde beträgt. Für diese Zusatzbelastung fehlt nämlich der Ausgleich im Ökosystem. Dabei bestehen durchaus Möglichkeiten, die von uns ausgelösten Effekte einzudämmen.

Welche Folgen erwarten uns durch den Klimawandel?

Bei Klimakonferenzen wird immer wieder attestiert, dass sich die Erde bis 2100 um etwa 2°C erwärmen wird. In Tirol wird die Erwärmung bis dahin laut den österreichischen Klimaszenarien über 4°C betragen. Das hat vor allem auf Regionen an Küsten und mit Permafrost starke Auswirkungen. Der Anstieg des Meeresspiegels wird Inselparadiese verschlucken. Durch das Auftauen des Permafrostes werden geschätzt 1000 Gigatonnen Methan freigesetzt, mit erheblichen Folgen für Natur und Infrastruktur. Im alpinen Bereich wird die Felssturz-Aktivität ansteigen. Vegetationszeiten und Zonen verändern sich, lange Trockenheit mit anschließendem Starkregen erhöht das Hochwasserrisiko. Das alles ist bekannt und darauf müssen und können wir uns vorbereiten. Miami legt schon jetzt die Straßen höher. In Österreich gibt es Modellregionen zur Klimawandel Anpassung.

Auswirkungen vom Klimawandel für den noch jungen Wintersport?

Soviel sei gesagt, Schnee wird es auch in den kommenden Jahrzehnten geben. Schnee-Experten wie Günther Aigner sehen keine groben Veränderungen an der Gesamtschneemenge, die vom Himmel fällt. Jedoch kommt es zu längeren konstanten Wetterperioden. Das heißt wenig Schnee, wenn es sehr lange trocken ist. Das heißt aber auch viel Schnee, wenn uns eine lange Schlechtwetterperiode im Griff hat. Viele Klimamodelle sagen voraus, dass die Anzahl an Extremwetterlagen zunehmen wird.

Weniger Schneesicherheit in mittleren Lagen

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Bild: Montane Höhenstufen der Alpen. Lizensiert unter CC-BY-SA von „Delphi234“

Beim Schnee und der Schneesicherheit trifft es vor allem „mittlere Lagen“. Wie hoch diese mittleren Lagen sind, ist unterschiedlich. Die mittlere Lage wird auch montane Höhenstufe genannt. Wie das Bild „Montane Höhenstufen der Alpen“ darstellt, ist diese montane Höhenstufe nicht bei jedem Gebirge dieselbe. Sie variiert zwischen Vor- und Zentralalpen. Auch gibt es Unterschiede zwischen Nord- und Südseite.

In diesen mittleren Lagen wird die Schneesicherheit zurück gehen. Für die Ski-Industrie werden für einen rentablen Skibetrieb immer wieder 100 Skitage als grober Richtwert angegeben. Mit dem Klimawandel wird es in dieser Höhenstufe schwieriger werden, 100 Skitage jeden Winter zu erreichen. Darauf müssen und können sich die Destinationen vorbereiten. Höhere Lagen hingegen können sogar mit noch winterlicheren Gegebenheiten spekulieren. Da kann es durchaus auch Saisonsverlängerungen geben.

Darf man überhaupt noch ohne schlechtes Gewissen in den Skiurlaub?

CO2 Ausstoß, Urlaub, Skiurlaub, MOGASI
Bild: Beispielurlaube im Vergleich. Quelle: Der touristische Fußabdruck WWF

Ja, ganz klar, wenn du gewisse Regeln beachtest. Eigentlich ist es nur eine Regel: Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Denn im Skiurlaub fallen 70-80% des gesamten CO2 Ausstoßes bei der Anreise an. Der WWF hat 2013 den CO2 Ausstoß bei verschiedenen typischen Urlauben von Deutschland ausgehend unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse siehst du im Bild „Beispielurlaube im Vergleich“. Wer im Skiurlaub auf das Auto verzichtet, verbraucht 167 kg CO2 für einen Urlaub. Das sind 27,8 kg pro Person und Tag und damit weniger als beim „Gesundheitsurlaub Allgäu“. In einer klimaneutralen Unterkunft und Skigebiet kannst du ganz ohne schlechtes Gewissen in den Skiurlaub. Und wenn du deine Ausrüstung ausleihst, ist die Anreise mit der Bahn auch kein schwieriges Unterfangen mehr.

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Mit nachfolgenden einfache Möglichkeiten kannst du nachhaltig deinen persönlichen CO2 Ausstoß reduzieren:

  • Nutze häufiger öffentliche Verkehrsmittel
  • Fahre mehr mit dem Fahrrad
  • Reduziere Flugreisen
  • Reduziere die Zimmertemperatur
  • Verwende LED Lampen
  • Lass deine Wäsche an der Luft trocknen
  • Schließ die Kühlschranktüre
  • Verwende einen Deckel beim Kochen
  • Mach lieber einen langen Urlaub statt viele Kurzurlaube
  • Elektrogeräte ausschalten statt Stand-by
  • Isolierung des Hauses verbessern
  • Reduziere deinen Fleischkonsum
  • Kaufe regionale und saisonale Nahrungsmittel
  • Nimm die Treppe statt den Aufzug
  • Vermeide Plastikmüll

Mit dem CO2 Rechner kannst du übrigens deinen persönlichen Fußabdruck für die Bereiche Wohnen, Konsum und Transport berechnen. Der Rechner ist speziell auf Österreich ausgelegt, aber es gibt für viele Länder eine vergleichbare Berechnung.

Fazit zum Klimawandel und Wintersport

Die Veränderungen des Klimas werden wir weiter miterleben. Diese Veränderungen bergen große Herausforderungen aber auch Chancen für alle Industrien. Im Tourismus sollte es zu einer Trendumkehr kommen. Weg von vielen Kurzaufenthalten über lange Wochenenden, hin zu einem längeren Aufenthalt am Urlaubsort. Das ist übrigens auch für die Erholung einträglicher. In der Gesamtbetrachtung ist der Energieverbrauch im Tourismus übrigens nur ein geringer Teil. Der Wintersport, und da sind wir uns sicher, wird uns erhalten bleiben.

Was machst du, um deine CO2 Bilanz aufzubessern?

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