Landesskilehrer 1 – Technik, Sport, Spaß und Feedback

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Der Landesskilehrer ist die zweite Stufe der österreichischen Skilehrerausbildung, zwischen dem Anwärter und dem staatlichen Skilehrer. Der Kurs besteht aus drei Teilen, Landesskilehrer 1 und 2 und einem Alpinkurs. Voraussetzung sind etwas Praxiszeit in einer Skischule und den positiv absolvierten Anwärter. Wer Sportwissenschaften studiert, kann sich Kursteile anrechnen lassen.

Welchen Landesskilehrer?

In Österreich gibt es zwar einen einheitlichen Skilehrplan, durch die acht Landesverbände ergeben sich dadurch auch acht verschiedene Strukturen für den Landesskilehrer. Die Kursdauer der Teile aber auch die Bennenung kann je nach Verband etwas variieren. Beim Tiroler Skilehrerverband findet beispielsweise Anfang Dezember zusätzlich eine Aufnahmeprüfung statt. Wie das in Österreich so spielt, wird dann gemunkelt, dass die Ausbildung hier und dort besser oder schlechter ist. Fakt ist, alle Ausbilder sind staatlich geprüfte Skilehrer. Das heißt, egal wohin du gehst, deine Fehler werden erkannt und du kannst daran arbeiten. Ich habe mich terminlich für eine Ferienzeit entschieden, dadurch fiel meine Wahl auf den Wiener Skilehrerverband bzw. die Snowsports Academy.

Wiener Skilehrerverband

Die Ausbildungen des Wiener Skilehrerverbandes finden zumeist am Kitzsteinhorn statt, untergebracht waren wir im Hotel Lukashansl in Bruck an der Glocknerstraße. Die Anmeldung und Organisation von Skipass und Unterkunft, sowie Leihski für die Freestyle-Ausbildung war reibungslos. Treffpunkte und Uhrzeiten wurden uns immer kommuniziert und für die Fahrt zu den Gondeln haben wir Fahrgemeinschaften gegründet. Der praktische Kurs fand von 9 bis 14.30 Uhr mit einer Mittagspause statt. Die Theorieeinheiten fanden zwischen 16.30 und 21.00 Uhr mit Abendessen im Hotel statt. Die Kosten für den Landesskilehrer 1 (LS 1) betragen 1250€ und beinhalten Unterkunft mit Halbpension, Skipass, Kurs- und Prüfungsgebühr.

Kitzsteinhorn, MogasiDie Ausbildungsinhalte

Im Moment nicht verfügbar.

In der Theorie werden die Bereiche Unterrichtslehre, Bewegungslehre, Freestyle, Schnee- und Lawinenkunde und Englisch geprüft. Praktisch werden die Fahrten Freie Geländefahrt, Rhythmuswechsel, Buckelfahrt, Riesentorlauf und Schule geprüft. In der Theorie müssen alle Bereiche positiv sein (>50%), praktisch reicht ein Gesamtschnitt von 70 Punkten, um die Prüfung für den LS 1 positiv zu absolvieren.

Wer ist mein Ausbilder?

Am ersten Tag treffen sich alle Teilnehmer am Berg und suchen sich selbst einen Ausbilder aus. So bin ich mit acht weiteren Teilnehmern bei Pessi gelandet, der zugleich Ausbildungsleiter des Kurses war. Um uns gegenseitig kennen zu lernen, uns einzufahren und unseren Stand abzurufen haben wir am ersten Tag viele kurze Abfahrten gemacht (Maurerlift). Dadurch wurden wir nicht so ausgepowert und hatten mehr Zeit, uns gegenseitig kennen zu lernen. Von da an hieß es Ski fahren und üben.

Landesskilehrer 1, Mogasi
Hinten (v.l.n.r.): Twan, Ron, Pessi, Mario, Dames, Joe, Jan
Vorne (v.l.n.r.): Bram, Alida, Melissa

Welche Ausrüstung benötige ich für den Landesskilehrer?

Viele der Kursteilnehmer fahren mit FIS-GS Ski. Diese sind härter, haben einen größeren Radius und ergeben eine direktere Kraftübertragung. Kleine Fehler, die bei einem gemütlichen All-Mountain Ski nicht auffallen, kommen mit diesen Latten sehr schnell zu Tage, weshalb es für jeden ambitionierten Skifahrer Sinn macht, mit FIS-Ski ein paar Technikübungen und Geländeabfahrten zu absolvieren. Des Weiteren ist natürlich im Gelände ein LVS-Gerät notwendig und Helmpflicht besteht grundsätzlich. Körperliche Fitness, um mehrere Tage intensiv kurze Schwünge in unterschiedlichem Terrain zu fahren, sollte eine Grundvoraussetzung sein.

 

Feedback, Feedback, Feedback

Der Kern der Ausbildung ist es, Feedback zu geben. Als Skilehrer ist es notwendig, bei kurzem hinsehen falsche und richtige Bewegungsabläufe schnell zu erkennen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Neben dem Feedback vom Ausbilder ist auch jenes der Teilnehmer sehr wertvoll. Dies wird vor allem durch Videoanalysen geschult, für die wir uns Abends zusammen gesetzt haben. Dabei nicht nur die Fehler zu sehen, sondern auch, was richtig gemacht wurde, ist die große Herausforderung im Skilehrerleben. Wer schon mal eigene Freunde unterrichtet hat und dabei nur auf die Fehler fokussiert war, wird merken, dass das sehr bald zu großem Frust führen kann.

Pessi, Landesskilehrer, Mogasi
Gruppe Pessi, LS 1

Und Zack, #Enjoy, Schmiedinger, #Gönnung

Das waren unsere Mottos während der Ausbildung. Neben viel Spaß untereinander auf und abseits der Piste und vielen Gesprächen über Sport und das Leben haben wir versucht, jeden Tag besser Ski zu fahren. Wie oft kommt man schon dazu, mit zehn motivierten Skifahrern zehn Tage hintereinander auf Ski Gas zu geben? Zwischen Sonnenkar und Schmiedinger haben wir unsere Spuren gezogen, sind über Buckel geflogen und konnten unsere Grinser nicht verstecken. Dabei waren wir körperlich an manchen Tagen sehr gefordert. Wer auf Ski ans Limit geht, muss hie und da auch mit Stürzen rechnen. Wenn dann der Pulverschnee ins Gesicht fliegt, sind Muskelkater und blaue Flecken unwichtig und mit jedem Schwung hüpft das Herz ein wenig höher vor Freude.

Prüfung

Wie es so kommen muss, finden am Ende einer Ausbildung Prüfungen statt. Die Theorieprüfung war am Abend vor den praktischen Prüfungen angesetzt und war in 90 Minuten zu absolvieren. Wer in den Theorieeinheiten mitmacht und die Hinweise auf eventuelle Prüfungsfragen annimmt, schafft die Prüfung mit ein paar Mal wiederholen des Stoffes.

Unsere praktische Prüfung wurde am letzten Tag sehr zügig durchgezogen, wodurch wir am Nachmittag das schöne Wetter am Abschlusstag noch einmal so richtig genießen konnten bei einigen abschließenden Tiefschneefahrten. Wer aus dem Feedback und Übungen im Laufe der zehn Skitage an seiner Technik feilt, kann die praktische Prüfung in jedem Fall bestehen.

Egal, ob du in Richtung staatlicher Skilehrer gehen willst oder nicht, der Landesskilehrer 1 ist ein Kurs, bei dem jeder ambitionierte Skifahrer sehr viel Spaß hat und die Technik in jedem Fall verbessern wird. Der Skiunterricht der teilnehmenden Skilehrer wird professionalisiert und für die Skischulen erweitert sich das Einsatzgebiet.

Mein Dank geht an die Snowsports Academy, unsere Ausbilder Anita, Flo und Pessi und alle Teilnehmer der Ausbildung für diese tolle Zeit. Ski Heil!

Welche Skischulausbildung hat dir am besten gefallen? Schreib uns deine Antwort in einem Kommentar oder E-Mail.

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